15 heimische Heilpflanzen

Heilpflanzen – Natürliche Arzneimittel

Früher waren Heilpflanzen nahezu die einzigen Heilmittel, die man kannte. Lediglich einige Mineralien und tierische Produkte wurden verwendet, um Menschen von Schmerzen und sämtlichen Erkrankungen physischen wie auch psychischen Ursprungs zu befreien.

In der modernen Wohlstandsgesellschaft sind die unglaublich positiven Heilwirkungen zahlreicher Pflanzen leider viel zu sehr in den Hintergrund gerückt. Die häufig wild auf Wiesen, Feldern, in Wäldern oder am Straßenrand wachsenden Pflanzen erfreuen sich viel zu selten unserer Beachtung und werden von vielen Menschen ignoriert oder maximal als „Unkraut“ wahrgenommen. Kein Wunder, denn die Schulmedizin und Pharmaindustrie haben in den letzten Jahrzehnten in Zusammenarbeit mit der Wissenschaft große Fortschritte gemacht in punkto Krankheitserforschung und Medikamentenherstellung. Dass viele Pharmaprodukte chemisch erzeugte Mittel sind, die in zahlreichen Fällen lediglich die Symptome einer Erkrankung bekämpfen (nicht aber die Ursache!) und zudem unser Immunsystem eher schwächen als stärken, wird von vielen Menschen ignoriert und auch gerne in Kauf genommen. Ist es doch viel einfacher und günstiger, das vom Haus- oder Facharzt verschriebene Medikament einzunehmen, welches die quälenden Symptome des jeweiligen Leidens schnell lindert.

Dabei hat die Natur so viele wundervolle Heilmittel zu bieten, die quasi an jeder Ecke wachsen bzw. recht günstig in Form von Tabletten oder Tinkturen käuflich zu erwerben sind und unserem Immunsystem eben nicht schaden. An dieser Stelle sei jedoch erwähnt, dass Heilpflanzen Krankheiten heilen, lindern oder auch vorbeugen können – Wundermittel sind sie jedoch nicht. Das sind chemische Substanzen allerdings auch nicht.

Langfristig gesehen ist die fachgerechte Anwendung von Heilpflanzen sehr empfehlenswert, da diese natürlichen Substanzen nahezu nebenwirkungsfrei sind. In Kombination mit einer ausgewogenen, pflanzenbasierten Ernährung, regelmäßiger Bewegung und einem guten Stressmanagement können sie langfristig zu mehr Wohlbefinden und einen gesünderen Alltag beitragen.

In diesem Artikel möchte ich dir 15 sehr beliebte heimische Heilpflanzen vorstellen:

1) Heimische Heilpflanzen: Bärlauch

Bärlauch wächst bei uns im Frühling und liebt die Wälder. Die Heilpflanze mit ihren langen, schlanken Blättern und den hübschen weißen Blüten kannst du zu dieser Jahreszeit bei einem Waldspaziergang entdecken. Hat sich Bärlauch bereits ausgebreitet, dann kannst du in seiner Nähe den Geruch von Knoblauch wahrnehmen.

Bärlauch ist eine sehr schmackhafte Kräuterpflanze, die gerne anstelle von Knoblauchzehen in der Küche verwendet wird, so z.B. zum Aufpeppen von Salaten und Dressings oder einfach als würziges Topping auf einem herzhaft belegten Brot.

Die heimische Pflanze ist aber nicht nur eine sehr schmackhafte und vielseitige Knoblauch-Alternative, sondern sie bringt auch heilende Eigenschaften mit. So fördert der regelmäßige Verzehr von Bärlauch die Verdauung und wird z.B. gerne bei reinigenden Frühjahrskuren verwendet. Bärlauch wirkt blutreinigend, antibiotisch und entzündungshemmend. Zudem wird die Heilpflanze häufiger als sanfter Blutdrucksenker eingesetzt. Das ist aber noch nicht alles, denn Bärlauch kann auch präventiv zur Verhinderung von Arterienverkalkung eingesetzt werden, was wiederum bedeutet, dass die Heilpflanze Herzinfarkt und Schlaganfällen vorbeugen kann.

Bärlauch

2) Heimische Heilpflanzen: Baldrian

Baldrian ist eine sehr beliebte Heilpflanze, welche vor allem zur Beruhigung der Nerven, zur Entspannung und für einen besseren Schlaf eingesetzt wird. Wurde die Baldrianwurzel früher eingesetzt, um böse Geister zu vertreiben und um Krankheiten abzuwehren, kommt sie heute verstärkt bei Unruhe und Schlafstörungen zum Einsatz. Die entspannende und schlaffördernde Wirkung wird in der Beeinflussung des Neurotransmitterhaushalts in unserem Gehirn vermutet. Zudem kann Baldrianwurzel bei Migräne helfen, da sie den Vagusnerv entspannt und den Bluthochdruck vermindert, welcher mit dem Migräneschmerz einhergeht.

Baldrianwurzel wird als ätherisches Öl, als Tinktur wie auch als Trockenextrakt, z.B. in Form von Tabletten und Tees angeboten. Um eine entsprechende beruhigende Wirkung zu erzielen, solltest du jedoch etwas Geduld mitbringen, da Baldrian bei manchen Anwendern nicht sofort wirkt, sondern seine Wirkung hier auch erst nach ein- oder zweiwöchiger Anwendung entfalten kann.

Baldrian

3) Heimische Heilpflanzen: Beifuß

Beifuß ist eine eher unscheinbare Heilpflanze, die aber bereits in der Antike vielseitig zu medizinischen Zwecken verwendet wurde. Insbesondere in der Frauenheilkunde war und ist er heute noch eine beliebte Heilpflanze aufgrund seiner entkrampfenden Wirkung bei Menstruationsbeschwerden. Bei Unterleibsschmerzen, Eierstockentzündung und Blasenkartarrh kann Beifuß mit seinen wärmenden Eigenschaften wertvolle Hilfe leisten.

Die in der heimischen Heilpflanze vorkommenden Bitterstoffe wirken sich zudem positiv auf die Verdauung aus, indem sie den Körper dazu anregen, mehr Magensäure und Speichel zu produzieren. So kann Beifuß den Magen beruhigen, Blähungen wie auch Appetitlosigkeit lindern.

Weiterhin kann die Heilpflanze aufgrund ihrer entspannenden Wirkung bei nervösen Schlafstörungen wie auch bei Flugangst und anderen Ängsten eingesetzt werden. Zu diesem Zwecke werden neben Tee und Fußbädern auch mit Beifußblättern und –blüten gefüllte Kräuterkissen verwendet.

 

4) Heimische Heilpflanzen: Brennnessel

Sie wächst vom Frühling bis in den späten Herbst hinein quasi an jeder Ecke, ist aufgrund der juckenden und brennenden Wirkung ihrer Blätter auf der Haut bei vielen Menschen sehr unbeliebt und wird gerne in die Kategorie „Unkraut“ gesteckt. Völlig zu Unrecht, denn die Brennnessel ist nur ein sehr schmackhaftes Superfood mit zahlreichen Nährstoffen, sondern sie bringt auch noch zahlreichende heilungsfördernde Eigenschaften mit sich.

Getrocknete Brennnessel-Blätter lassen sich hervorragend zu Tee verarbeiten und unterstützen somit eine Durchspülung der Harnwege. Die leicht harntreibende Wirkung der Brennnessel ist besonders heilungsfördernd bei entzündlichen Erkrankungen der Harnwege und kann zudem die Entgiftung des Körpers unterstützen. Weiterhin werden Brennnessel-Blätter zum Lindern von rheumatischen Beschwerden eingesetzt, hier meist als spezielle Extrakt-Präparate. Verschiedene in den Blättern enthaltene Stoffe (z.B. Flavonoide) können die Freisetzung entzündungsfördernder Enzyme im Körper unterdrücken und lindern somit die rheumatischen Beschwerden, welche auf entzündliche Prozesse zurückzuführen sind. Zudem wirkt die Brennnessel schmerzlindernd bei Herpes-Zoster-Ausschlag (= Gürtelrose).

 

5) Heimische Heilpflanzen: Holunder

Im Mai/Juni sieht man die großen Büsche mit herrlich weißen und angenehm duftenden Blüten am Wegesrand und in der Nähe von Behausungen wachsen. Danach bilden sich die violett-schwarzen Beeren aus, die für ihren hohen Vitamin C-Gehalt bekannt sind. Aus diesem Grund werden Holundersaft und -sirup wie auch Holunderblütentee bevorzugt zur Linderung von Erkältungskrankheiten eingesetzt.

Die Holunderblüten gelten als schweißtreibend und werden aus diesem Grund insbesondere zu Beginn einer Erkältung empfohlen, um den Körper von Krankheitserregern zu befreien. Saft und Sirup aus den Holunderbeeren werden aufgrund ihrer Vitamine und Antioxidantien ganzjährig zur Unterstützung der Immunabwehr empfohlen.

Aber Vorsicht: Möchtest du Saft oder Sirup aus selbst gesammelten Früchten herstellen, dann erhitze diese vorher, da Holunderbeeren im rohen Zustand leicht giftig sind und von uns Menschen nicht gut vertragen werden. Ansonsten hast du natürlich die Möglichkeit, leckeren Holunderbeerensaft und -sirup in Bio-Qualität im gut sortierten Supermarkt, Bio-Markt oder im Reformhaus käuflich zu erwerben.

 

6) Heimische Heilpflanzen: Johanniskraut

Johanniskraut ist bekannt für seine sanft antidepressive Wirkung und hat zu Recht den Beinamen „Sonnenschein für die Seele“ verdient. Insbesondere den im Johanniskraut enthaltenen Stoffen Hypericin und Hyperforin wird eine stimmungsaufhellende Wirkung zugeschrieben. Johanniskraut reguliert – ähnlich wie auch Baldrianwurzel – den Neurotransmitterhaushalt im Gehirn und bringt diesen langsam wieder in Balance. Aber auch hier ist wieder Geduld gefragt, denn wie die meisten pflanzlichen Arzneimittel, wirkt auch Johanniskraut nicht sofort, sondern muss erst über einen Zeitraum von mehreren Wochen eingenommen werden, bis eine entsprechende Wirkung zu spüren ist.

Bei leicht depressiven Verstimmungen ist die Einnahme von Johanniskraut-Extrakt durchaus empfehlenswert, da die Nebenwirkungen, im Gegensatz zu chemisch hergestellten Antidepressiva, nahezu gegen Null gehen.

Johanniskraut

7) Heimische Heilpflanzen: Kamille

Die wunderschöne Kamille-Pflanze wächst in den Sommermonaten hierzulande auf vielen Wiesen und an Feldern. Die gelb-weißen Blüten sind nicht nur hübsch anzusehen und eine wunderschöne Deko, sondern sie punkten auch mit zahlreichen heilenden Eigenschaften.

So wirkt die Kamille wundheilend, antientzündlich und auch krampflösend. Sie kann sowohl innerlich (z.B. als Tee oder Konzentrat) wie auch äußerlich (z.B. als ätherisches Öl oder Trockenextrakt) angewandt werden. Kamillentee ist ein sehr wohltuendes Mittel bei Verdauungsbeschwerden und entzündlichen Magen-Darm-Problemen. Ebenso wird er bei schmerzenden Menstruationsbeschwerden eingesetzt, um Krämpfe in der Gebärmutter zu lindern.

Zur äußerlichen Anwendung ist Kamillenkonzentrat hervorragend geeignet, um Erkrankungen der Atemwege zu lindern, z.B. durch Inhalation. Aber auch ein Dampfbad für das komplette Gesicht ist wohltuend und reinigend für unsere Haut.

Umschläge, Salben und Gurgellösungen mit Kamille werden zudem bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum wie auch bei bakteriellen Hauterkrankungen angewandt. Ebenso sind Bäder und Spülungen zur Linderung von Entzündungen und bakteriellen Erkrankungen (z.B. im Genitalbereich) möglich und sehr wohltuend.

Kamille

8) Heimische Heilpflanzen: Knoblauchsrauke

Die Knoblauchsrauke ist im Frühling und Sommer sehr häufig an halbschattigen bis schattigen Plätzen, wie z.B. an Wegesrändern, auf Wiesen und vor allem in Wäldern zu finden. Dennoch liefert die Pflanze viele wertvolle Vitamine und Mineralstoffe.

Da die Blätter des Krauts sehr den Blättern der Brennnessel ähneln, wird sie sehr häufig mit dieser verwechselt. Allerdings haben die Knoblauchsrauke-Blätter keine schmerzhaften Brennhaare und sind an den Blatträndern weniger gezackt als es bei Brennnessel-Blättern üblich ist. Ihre weißen Blüten blühen etwa von April bis in den August hinein.

In der Küche ist die Knoblauchsrauke aufgrund ihres leicht pfeffrigen, knoblauchartigen Geschmacks beliebt. Pflückt man das Kraut oder zerreibt die Blätter mit den Fingern, nimmt man einen deutlichen Knoblauch-Geruch wahr.

Die Knoblauchsrauke enthält Senfölglykoside, Saponine und ätherische Öle, welche sie auch als Heilpflanze sehr wertvoll machen. Aufgrund dieser Inhaltsstoffe wirkt das Kraut antibakteriell, schleimlösend, wassertreibend, auswurfsfördernd und leicht wundheilend. Zu den Einsatzgebieten der Knoblauchsrauke zählen somit Erkältungsbeschwerden, Entzündungen des Mund- und Rachenraums, Verdauungsbeschwerden, Gicht, rheumatoide Beschwerden wie auch Wundheilung. Als Darreichungsformen kommen vor allem Tees und Kompressen, welche aus Presssäften der ganzen Pflanze hergestellt werden, in Frage.

Da es für die o.g. Beschwerden jedoch wirkvollere heimische Heilpflanzen gibt, kommt die Knoblauchsrauke heute weniger als Heilpflanze, sondern mehr als schmackhaftes Wildgemüse in der gesunden Kräuter-Küche zum Einsatz.

 

9) Heimische Heilpflanzen: Löwenzahn

Löwenzahn ist äußerst anpassungsfähig und wächst nahezu an jeder Ecke. Leider ist er bei vielen Menschen unbeliebt, weil er auch unter schlechtesten Bedingungen wächst und sich sogar durch dicke, trockene Betonschichten an Straßenrändern und Wegen durchkämpft. Ein echtes Wunderwerk der Natur, und dennoch wird die heilende Pflanze viel zu oft als störendes Unkraut abgetan und sehr stiefmütterlich behandelt.

Der Löwenzahn hat lange, zackige Blätter, relativ dicke, mit weißem Milchsaft gefüllte Stängel und goldgelbe Blüten. Die reifen Früchte sind mit einem fallschirmartigen Anhängsel ausgestattet. Diese vielen kleinen Mini-Fallschirme ergeben dann die sogenannte Pusteblume, die sich nicht nur bei Kindern großer Beliebtheit erfreut.

Aber Löwenzahn kann noch viel mehr als fast überall wachsen und lustige Mini-Fallschirme zum Wegpusten bereitzustellen. Die leicht bitteren Blätter lassen sich hervorragend zu Salat wie auch als grüne Beigabe zu schmackhaften Smoothies mischen. Löwenzahn kann zusammenfassend als Heilpflanze für Leber und Nieren bezeichnet werden, weil er diese Organe zu erhöhter Aktivität anregt. Er regt die Verdauung an und fördert die Ausscheidung von sämtlichen Abbaustoffen und Giften im Körper. Zudem wirkt er sich positiv auf das Bindegewebe aus kann bei Erkrankungen wie Rheuma und Gicht schmerzlindernd wirken.

Neben der Verwendung als Salat- oder Smoothie-Beilage kommt Löwenzahn insbesondere als Saft zum Einsatz und wird zur Linderung von Beschwerden wie auch zur Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens gerne in Form einer Kur angewandt.

Löwenzahn

10) Heimische Heilpflanzen: Nachtkerze

Die Nachtkerze sieht mit ihren herrlich gelben Blüten nicht nur wunderschön aus, sondern sie schmeckt auch hervorragend und bringt auch noch heilende Eigenschaften mit. Ihre Samen enthalten u.a. Gamma-Linolensäure, eine wertvolle, mehrfach ungesättigte Fettsäure, der zahlreiche positive Wirkungen auf den Körper zugesprochen werden. Die Nachtkerzen-Samen können einfach verzehrt werden und finden z.B. als Topping zu Salaten und Müslis, in Backwaren wie auch zu Pfannengerichten Verwendung.

Nachtkerze wirkt aufgrund ihrer Inhaltsstoffe entzündungshemmend, blutreinigend, entkrampfend, unterstützt das Nervensystem und wirkt sich positiv bei (Binde-) Hautproblemen aus.  Zu kosmetischen Zwecken, z.B. zur Verwendung in Cremes, wird das Nachtkerzenöl aus den Samen herausgepresst und dann weiterverwendet.

In der Küche finden nicht nur die Samen Verwendung. Auch die Knospen, die Blüten, Blätter und die Wurzel der Nachtkerze sind zum Verzehr geeignet. Während Knospen und Blüten lecker in Salaten schmecken, können die Blätter wie Spinat gedünstet oder zu einem heilenden Tee verarbeitet werden. Die Wurzel kann wie anderes Wurzelgemüse gekocht verzehrt werden.

Nachtkerze

11) Heimische Heilpflanzen: Ringelblume

Die Ringelblume mit ihren leuchtend gelben bis orange-farbenen Blüten ist zwischen Juni und Oktober in Gärten wie auch verwildert an Weg- und Feldrändern zu finden. Die wunderschöne Heilpflanze überzeugt mit einer ganzen Liste an gesundheitsfördernden Eigenschaften.

Ihre wichtigsten heilenden Inhaltsstoffe sind Saponine, Flavonoide, Schleime und ätherische Öle. Die Ringelblume wirkt entzündungshemmend und antibakteriell. Aus diesem Grund wird die Heilpflanze bevorzugt Salben und Cremes beigemischt, um die Wundheilung zu fördern.

Ebenso wird die Heilpflanze als Tinktur zur Linderung von Entzündungen im Mund- und Rachenraum angewandt. In Tees kommt die Ringelblume heute leider nur noch selten zum Einsatz. Dabei wirkt die Pflanze bei innerlicher Anwendung krampflösend. Weiterhin kommen Umschläge mit Ringelblumenextrakt zur Unterstützung der Heilung von Haut- und Nagelentzündungen wie auch bei Verstauchungen zum Einsatz.

Ringelblume

12) Heimische Heilpflanzen: Rotklee

Rotklee, oder auch Wiesenklee genannt, ist vor allem bei Kindern beliebt. Wer von uns hat in jungen Jahren nicht nach vierblättrigen Kleeblättern gesucht? Aber auch, wenn du bis heute das vierblättrige Glück nicht gefunden hast, so wirst du vielleicht dein gesundheitliches Glück in der hübschen Heilpflanze finden.

Rotklee wächst bevorzugt auf Wiesen und macht zwischen Mai und September mit seinen purpurfarbenen Blüten auf sich aufmerksam. Zu den heilenden Wirkstoffen der heimischen Wildpflanze zählen insbesondere Gerbstoffe, Isoflavone, Glykoside und phenolische Substanzen. Das Kraut wirkt stark reinigend auf unsere Lymphe ist ein hervorragender Blutbildner mit harntreibenden Eigenschaften.

Das regelmäßige Trinken von Rotklee-Tee kann dabei helfen, andauernde Müdigkeit und Erschöpfung zu lindern und Nährstoffmängel von Mineralstoffen auszugleichen. Ebenso ist Rotklee ein hervorragendes Mittel zum Ausleiten von schädlichen Metallen und Pestiziden aus dem Körper.

Damit aber noch nicht genug! Rotklee kommt auch zur äußerlichen Anwendung, z.B. in Form von Umschlägen zur Behandlung von Wunden zum Einsatz. Ein echter Allrounder für die heimische Hausapotheke.

Rotklee

13) Heimische Heilpflanzen: Schafgarbe

Die Schafgarbe mit ihren weißen und zartrosa Blüten wächst hierzulande im Sommer fast überall und ist eine wunderschöne Dekoration in Blumensträußen. Aber die Schafgarne kann natürlich weitaus mehr als nur hübsch auszusehen – denn ansonsten hätte sie es nicht in diesen Artikel geschafft.

In der Küche können die jungen, zarten Blätter mit ihrem sehr würzigen Geschmack als Zutat für Kräutersalze und –butter, für Brotaufstriche wie auch für Nudelteig verwendet werden. Fein gehackt können sowohl Blätter wie auch die Blüten in Salate oder in Gemüsepfannen gegeben werden.

Als Heilpflanze ist die Schafgarbe sehr vielseitig einsetzbar. Sie wirkt insbesondere bei Menstruationsbeschwerden wie auch bei jeglicher anderer Art von Blutungen heilend. Ihre beruhigenden Eigenschaften können sich bei wetterbedingten Kopfschmerzen und Migräne positiv auswirken. Bei Blähungen und Magen-Krämpfen wirkt Schafgarbe entkrampfend. Weiterhin stärkt die heimische Heilpflanze das venöse Blutsystem und hilft damit bei Beschwerden wie Krampfadern.

Zu Heilzwecken wird meist ein Tee aus getrocknetem und frischem Schafgarben-Kraut zubereitet.

14) Heimische Heilpflanzen: Spitzwegerich

Spitzwegerich findet man hierzulande den ganzen Sommer über auf Wiesen, auf Feldern, an Wegrändern wie auch an Schuttplätzen. Man erkennt ihn an den 20-40 cm langen Blättern und den eher unscheinbaren Blüten mit zierlichen, hellen Staubgefäßen, welche zur Blütezeit aus den Blüten heraushängen.

Der Spitzwegerich ist ein beliebtes Hustenmittel. Sein Schleimgehalt, die tonisierenden Bitterstoffe wie auch die Kieselsäure machen die Wildpflanze zu einem bewährten Erkältungsmittel, welches meist in Form von beruhigenden Hustensäften zum Einsatz kommt. Spitzwegerich wirkt aber nicht nur schleimlösend und reizlindernd bei Husten, sondern er bringt auch noch entzündungshemmende und immunstärkende Eigenschaften mit sich – ein echter Allrounder also bei grippalen Infekten.

Weiterhin besitzt die Heilpflanze gute Fähigkeiten bei der äußerlichen Wundheilung und kommt z.B. bei kleinen Wunden und Ekzemen zum Einsatz.

Spitzwegerich

15) Heimische Heilpflanzen: Zitronenmelisse

Die Zitronenmelisse sollte aufgrund ihrer vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten in keiner Küche bzw. in keiner Hausapotheke fehlen.

Aufgrund ihres milden, zart nach Zitronen duftenden Aromas ist die Zitronenmelisse ein beliebtes Gewürzkraut für erfrischende Salate und für leckeren Tee, z.B. in Kombination mit Zitronensaft und Thymianblättern.

Als heilende Pflanze bringt die Zitronenmelisse eine ganze Reihe an wertvollen Inhaltsstoffen mit: ätherische Öle, Gerbstoffe und Flavonoide. Diese Stoffe wirken stresslindernd, beruhigend, schlaffördernd, entkrampfend, antibakteriell wie auch antiviral. Aus diesem Grund kann die Zitronenmelisse bei folgenden gesundheitlichen Problemen eingesetzt werden: Angststörungen, Schlafstörungen, Stress, nervöse Unruhe, Erschöpfungszustände, Krämpfe, Magen-Darm-Probleme wie Blähungen und Durchfall, Menstruationsbeschwerden, leichtes Fieber, Insektenstiche und Übelkeit.

Besonders hervorzuheben ist an dieser Stelle die antivirale, antibakterielle wie auch antiparasitäre Wirkung der Zitronenmelisse, denn das Kraut wirkt im ganzen Körper gegen Parasiten, Viren und Bakterien. Es bekämpft das Epstein-Barr-Virus (EBV), Herpes Zoster und andere Viren der Herpes-Familie wie z.B. HHV-6. Ebenso zuverlässig wirkt Zitronenmelisse bei entzündlichen Erkrankungen, die durch Streptokokken verursacht werden. Weiterhin entgiftet das Kraut Leber, Milz und Nieren, was die Anfälligkeit für Blasenentzündungen und Harnwegsinfektionen reduziert.