Krebserregende Stoffe im Alltag

Achtung: Diese Stoffe sind krebserregend!

Krebserkrankungen sind nach Herz-Kreislauferkrankungen die häufigste Todesursache in Deutschland, aber auch in vielen anderen Ländern dieser Welt. Heute werden immer mehr Krebsarten erforscht, und dennoch sterben Menschen an den stark schwächenden und sehr tückischen Krankheiten. Neben Rauchen, Alkohol, Asbest und radioaktiver Strahlung gibt es zahlreiche weitere Auslöser für Krebserkrankungen, die weit verbreitet in unserem heutigen Alltag sind. So spielt zum Beispiel unserer Ernährung einen nicht unerheblichen Faktor in der Förderung von Tumorbildungen.

Krebserregende Substanzen bezeichnet man als „Karzinogene“ bzw. „Kanzerogene“. Von der Internationalen Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation (International Agency for Research on Cancer, IARC) werden krebserregende Substanzen identifiziert und entsprechend eingestuft. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) veröffentlicht diese Ergebnisse regelmäßig als Liste auf ihrer Webseite.

Welche Stoffe als krebserregend eingestuft werden und in welchen Lebensmitteln, Kosmetika und anderen Produkten sie vorhanden sind, erfährst du im folgenden Abschnitt.

 

Krebserregende Stoffe, die du meiden solltest

Das moderne Leben in unserer Wohlstandsgesellschaft führt dazu, dass Erregern wie Viren, Bakterien und Pilzen immer mehr Raum zum Leben geschaffen wird. Allerdings ist das nicht die einzige Gesundheitsgefährdung, mit der wir tagtäglich konfrontiert werden. Die moderne Lebensweise birgt nämlich noch weitere Gefahren, denn sie fördert die Entstehung von immer wieder neuen Krebsarten dadurch, dass wir krebserregende Stoffe in unserem Alltag über Mund, Nase und Haut aufnehmen.

Die wichtigsten krebserregenden Substanzen, mit denen wir im Alltag konfrontiert werden, sind im Folgenden aufgelistet:

 

Krebserregend: Acrylamid

Acrylamid ist ein chemischer Stoff der Stoffgruppe der Amide. Es entsteht beim Braten und Rösten ab einer Temperatur von 120°C und wird aus Stärke (Zuckern) und der Aminosäure Asparagin gebildet. Damit ist es vor allem in erhitzten Kartoffel- und Getreideprodukten enthalten, die frittiert, gebacken oder gebraten werden, wie z.B. Kartoffelchips, Pommes Frites und Backbaren wie Kekse und Knäckebrot.

Acrylamid soll in hohen Dosen krebserregend und nervenschädigend sein. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, auf stark gebräunte Chips, Pommes und Backwaren zu verzichten.

 

Krebserregend: Aflatoxine

Aflatoxine sind Pilzgifte, die in bestimmten Schimmelpilzarten vorkommen und Leber und Niere stark schädigen. Sie können bereits bei geringer, aber regelmäßiger Aufnahme das Risiko, an Leber- oder Nierenkrebs zu erkranken, stark erhöhen.

Aflatoxine kommen in Erde, verrottender Vegetation sowie in Heu und Getreide vor. Sie können aber auch in Lebensmitteln wie Erdnüssen, Mohn, Trockenfrüchten und Gewürzen enthalten sein, wenn die Produkte falsch gelagert werden und vom Schimmelpilz Aspergillus flavus befallen sind.

Aus diesem Grund sollten Lebensmittel auch mit leichten Schimmelspuren direkt entsorgt und nicht mehr verzehrt werden.

 

Krebserregend: Alkohol

Ob beim Geburtstag mit der Familie, beim Grillen mit Freunden oder auf einem offiziellen Empfang – Alkohol wird in vielen Ländern dieser Welt regelmäßig konsumiert und gilt als gesellschaftlich anerkannt, insbesondere dann, wenn er zu festlichen Anlässen oder als kulinarische Ergänzung von schmackhaften Speisen konsumiert wird.

Allerdings erhöht regelmäßiger Alkoholkonsum das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen, insbesondere für Kopf-Hals-Tumoren, Brustkrebs und Darmkrebs.

Gegen das Glas Wein zum Geschäftsessen, das Glas Sekt zum gemeinsamen Anstoßen bei einem feierlichen Anlass oder den Cocktail in der Strandbar ist sicherlich nichts einzuwenden. Wer regelmäßig Alkohol in großen Mengen konsumiert riskiert allerdings die Entstehung einer späteren Krebserkrankung.

 

Krebserregend: Ammoniak

Ammoniak ist eine chemische Verbindung von Stickstoff und Wasserstoff. Es ist ein farbloses, wasserlösliches Gas, das stechend riecht und hochgradig giftig ist. Ammoniak reizt zu Tränen und kann erstickend wirken. Zudem steht es in Verdacht, Krebs auszulösen.

Die Internationale Agentur für Krebsforschung stuft das Krebsrisiko insbesondere für Friseure aufgrund des regelmäßigen Gebrauchs von Haarfärbemitteln mit Ammoniak als hoch ein. Ob der persönliche Hausgebrauch von Haarfärbemitteln ebenfalls das Krebsrisiko erhöht, ist noch umstritten. Die regelmäßige Verwendung von Haarfärbemitteln über einen langen Zeitraum wird allerdings auch für den Privatgebrauch immer häufiger mit gesundheitlichen Risiken – auch Krebs – in Verbindung gebracht.

Aus diesem Grund ist auch hier Vorsicht geboten. Wer regelmäßig seine Haare färbt, sollte besser auf Produkte ohne Ammoniak zurückgreifen, die heute bereits vielseitig angeboten werden.

Haarfarbe

Ammoniak ist in vielen handelsüblichen Haarfärbemitteln enthalten.

Krebserregend: Arsen

Arsen ist ein chemischer Stoff, der früher unter anderem in Farben und Pestiziden verwendet wurde. Heute werden Arsenverbindungen hauptsächlich in Wärmekraftwerken freigesetzt. Allerdings kann Arsen im Wasser auch natürlichen Ursprungs sein und ist in manchen Mineralquellen in sehr hoher Konzentration enthalten. Dadurch, dass es sich im Boden und in Gewässern befindet, ist es auch in Reis- und Reisprodukten enthalten, denn die Reispflanzen nehmen den Stoff über die Wurzel auf.

Arsen kann Lungenkrebs wie auch in seltenen Fällen Hautkrebs verursachen. Beim Kauf von Mineralwasser ist es somit durchaus empfehlenswert, sich vorab über die Arsenkonzentration in der jeweiligen Mineralquelle zu informieren und besser geschälten Reis zu essen, da sich das meiste Arsen in den Randschichten des Korns befindet.

 

Krebserregend: Asbest

Asbestfasern können Lungenkrebs, Kehlkopfkrebs, Rippen- und Bauchfellkrebs sowie ggf. auch Eierstockkrebs verursachen und sind für etwa 80 Prozent der berufsbedingten Krebserkrankungen verantwortlich. Unter dem Sammelbegriff Asbest werden verschiedene faserförmige Mineralien zusammengefasst, die feuerfest sind und sich aus diesem Grund gut für Dämm- und Isoliermaterial eignen. So kam Asbest hierzulande jahrzehntelang in Brems- und Kupplungsbelägen, in Zement, in Dämmplatten und Fußbodenbelägen, zur Isolierung von Rohren, Heizungen, Elektrogeräten, in feuerfesten Geweben und vielem mehr zum Einsatz. Bei der Bearbeitung von Asbestfasern wie auch bei Verschleiß spalten sich lange dünne Fasern ab, die über die Atmung in die Lunge gelangen.

In Deutschland sind der Import und die Verwendung von Asbest inzwischen verboten. Allerdings geht heute immer noch eine Gefährdung insbesondere von Abbruch- und Sanierungsarbeiten aus. Um mögliche Gesundheitsrisiken möglichst gering zu halten, ist es hier besonders wichtig, dass entsprechende Schutzmaßnahmen eingehalten werden und die Asbestprodukte fachgerecht entsorgt werden.

Aufgrund des möglichen Krebsrisikos in Verbindung mit Asbest-Abrissarbeiten sollten entsprechende Facharbeiten im eigenen Haushalt ausschließlich von Spezialfirmen übernommen werden.

 

Krebserregend: Benzol

Benzol ist ein kleines, ringförmiges Molekül, dass aus Kohle oder Erdöl gewonnen wird und ein wichtiger Rohstoff in der chemischen Industrie ist. Zudem wird es Motorkraftstoffen (Diesel) beigemischt und gelangt damit über Kfz-Abgase in die Luft. Weiterhin ist Benzol auch in Zigarettenrauch enthalten und wird von offenen Kaminfeuern abgegeben.

Benzol fördert die Entstehung von Leukämien und Non-Hodgin-Lymphomen. Besonders gefährdet sind Menschen, die vor allem berufsbedingt ständig in Kontakt mit entsprechenden Abgasen kommen, sowie Menschen in Ballungsgebieten mit hohen Verkehrsaufkommen.

 

Krebserregend: Benzophenon

Benzophenon ist ein chemischer Stoff aus der Gruppe der Ketone und wird vor allem als UV-Filter in Sonnenschutzcremes und Kosmetika wie Gesichtscremes eingesetzt. Aber auch als Geruchsstoff in Kosmetik wie auch als Zusatz in Kunststoffprodukten, Pestiziden und Medikamenten sind Benzophenon wie auch Benzophenon-2, Benzophenon-3 (Oxybenzon) und Benzophenon-4 (Sulisobenzon) weit verbreitet.

Die Internationale Agentur für Krebsforschung stuft Benzophenone allerdings als möglicherweise krebserregend für den Menschen ein. Aus diesem Grund ist es ratsam, kosmetische Produkte mit chemischen UV-Filtern zu vermeiden und als gesündere Alternative auf Cremes mit mineralischen UV-Filtern zurückzugreifen. Laut der Verbraucherzentrale sind letztere nämlich für den menschlichen Organismus wie auch für die Umwelt weniger bedenklich. Sie dringen nicht in die Haut ein, sondern reflektieren das Sonnenlicht auf der Hautoberfläche und gewährleisten auf diese Art und Weise einen UV-Schutz.

Sonnenschutzcreme

Benzophenone sind in vielen Sonnenschutzcremes und Kosmetika mit UV-Schutz enthalten (z.B. Gesichtscremes).

Krebserregend: Chlor

Chlor steht in Verdacht, neben Hauterkrankungen, Asthma und Reproduktionsstörungen auch die Entstehung von Krebs zu fördern. Dieses Risiko soll insbesondere in gechlorten Bädern bestehen. Beim Kontakt von Harnstoff aus Haaren, Schuppen und Urin mit Chlor entstehen sogenannte Trichloramide, die das Erbmaterial verändern und theoretisch Krebs auslösen können.

Wer gerne und regelmäßig schwimmen geht, sollte sich zum einen nach dem Schwimmen immer gründlich abduschen und zum anderen zumindest hin und wieder das Naturbad, Seen oder das Meer in Betracht ziehen.

 

Krebserregend: Cadmium, Chrom und Nickel

Diese Substanzen kommen vorwiegend in der Industrie vor und verursachen Lungenkrebs. Cadmium tritt in Form von Staub und Rauch auf, z. B. bei der Herstellung von Akkumulatoren, Legierungen und Farbpigmenten. Das Schwermetall reichert sich allerdings auch in Lebensmitteln wie Algen, Meeresfrüchten, Leinsamen und Sonnenblumenkernen an. Bei mäßigem Genuss ist hier allerdings nicht von einem gesundheitlichen Risiko auszugehen. Anders sieht es da jedoch bei Zigaretten aus, die viel Cadmium enthalten und deswegen ein erhöhtes Krebsrisiko mit sich bringen.

Chrom und Nickel sind meist in Rauch enthalten, der beim Schweißen in der Metallverarbeitung entsteht. Aus diesem Grund ist anzuraten, bei der industriellen Verarbeitung entsprechende Schutzmasken zu tragen, die das Einatmen dieser Stoffe deutlich reduzieren.

 

Krebserregend: Formaldehyd

Formaldehyd ist eine chemisch-organische, farblose Verbindung, die bei Zimmertemperatur gasförmig ist und stechend riecht. Es wirkt keimtötend, konservierend und desinfizierend. Aus diesem Grund kommt Formaldehyd häufig in Desinfektionsmitteln, Haushaltsreinigern, kosmetischen Mitteln, Farben und Lacken (auch Nagellacke!) wie auch in Bauprodukten zum Einsatz.

Formaldehyd wird als stark gesundheitsschädigend eingestuft, da es die Schleimhäute reizt und durch das Einatmen Krebs im Nasenrachenraum auslösen kann.

Produkte mit Formaldehyd sollten insbesondere im Alltag nur sehr bedingt zum Einsatz kommen und am besten durch gleichwertige Produkte ohne diese Substanz ausgetauscht werden.

Nagellack

Formaldehyd ist in zahlreichen Nagellacken enthalten. Es gibt aber heute schon viele gute Alternativen ohne diese Substanz auf dem Markt.

Krebserregend: Östrogene und Gestagene

Die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Gestagen sind natürlicher Bestandteil des weiblichen Hormonsystems. Ebenso kommen sie in hormonellen Verhütungsmitteln (Pille, 3-Monatsspritze, Hormonstäbchen) sowie in Hormontherapien gegen Wechseljahresbeschwerden zum Einsatz. Die Internationalen Agentur für Krebsforschung stuft sowohl Östrogen-Gestagen-Kombinationen als orale Verhütungsmittel wie auch Östrogen- sowie Östrogen-Gestagen-Therapie in der Menopause (Wechseljahre) als krebserregend ein.

Diese Präparate können Gebärmutterhalskrebs, Eierstockkrebs, Brustkrebs wie auch Gebärmutterkrebs auslösen. Das persönliche Risiko ist dabei immer abhängig von der Dauer und Art der Einnahme dieser Medikamente und sollte auf jeden Fall mit dem Arzt besprochen werden. Zudem sollte man grundsätzlich zwischen Nutzen und Risiken abwägen.

 

Krebserregend: PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe)

Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, kurz: PAK, entstehen bei der Verbrennung organischer Materialien. Sie sind Bestandteil zahlreicher fossiler Brennstoffe wie z.B. Kohle und Mineralöl und werden hauptsächlich über Fahrzeug- und Industrieabgase freigesetzt. Diese gesundheitsschädigenden Stoffe kommen aber auch in Kunststoffen, Gummimaterialien, Lacken, Farben und anderen Beschichtungen zum Einsatz. Hinzu kommt, dass PAK auch bei der Zubereitung von Fleisch oder Wurst entstehen, etwa beim Grillen wie auch durch Pökeln, Räuchern oder Fermentieren. Da sich PAK mit der Zeit auch in Gewässern anreichern und dort von den Meerestieren aufgenommen werden, können sie über den Verzehr dieser Tiere auch bei uns im Körper eingelagert werden. Erhebliche Mengen an PAK sind außerdem in Zigarettenrauch enthalten.

PAK können verschiedene Krebsarten wie beispielsweise Darm-, Haut-, Kehlkopf-, Lungen- und Magenkrebs auslösen und sollten aus diesem Grund im Alltag weitestgehend reduziert werden.

 

 

Quellen:

Bundesinstitut für Risikobewertung, https://www.bfr.bund.de  

International Agency for Research on Cancer, https://www.iarc.who.int/

Deutsche Forschungsgemeinschaft, https://www.dfg.de/

Deutsche Krebsgesellschaft: Krebserregende Stoffe im Alltag, https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/bewusst-leben/sonne-und-freizeit/krebsausloesende-substanzen-und-strahlen.html

Netdoktor.de: Krebserregende Lebensmittel, die man jeden Tag isst, https://www.netdoktor.de/bildergalerie/krebserregende-lebensmittel-die-man-jeden-tag-isst/

Ideal-Versicherung: Krebserregende Stoffe: Gefährliche Substanzen im Überblick, https://www.ideal-versicherung.de/magazin/krebserregende-stoffe-gefaehrliche-substanzen-im-ueberblick/